Kann man durch die Reduktion der Landwirtschaft (wie auch der Imkerei) die Folgen der Bodenversiegelung wettmachen?

Bodenversiegelung frisst sich täglich immer weiter in den Bereich naturnaher und landwirtschaftlich genutzter Flächen. Dadurch gehen natürliche Lebensräume, unter anderem für Insekten wie Wildbienen, und landwirtschaftliche Flächen – für die Lebensmittelproduktion – permanent verloren. Die Landwirtschaft aufzugeben oder zurückzudrängen – um die Natur zu „retten“ – ist als Maßnahme gegen den Bodenfraß keine Option.

Bodenversiegelung bedeutet, dass Böden, die vorher entweder „ungenutzt“ der Natur überlassen waren, oder in jeglicher Form landwirtschaftlich genutzt wurden, dafür nicht mehr zur Verfügung stehen. Bodenversiegelung beschreibt also die Tatsache, dass entweder der Natur oder der Landwirtschaft Flächen entzogen werden. Da immer weniger Flächen für Natur und Landwirtschaft zur Verfügung stehen, kommt es zu einer scheinbaren Konkurrenz zwischen Natur und Landwirtschaft um die immer kleiner werdende „Restfläche“. Dabei bleibt das eigentliche Problem unberücksichtigt: Der Flächenfraß durch Bodenversiegelung und die Tatsache, dass in der Raumplanung der Länder und Gemeinden Vermeidungsmaßnahmen diesbezüglich nicht oder nur unzureichend erwogen werden.   

Über den Versuch der Ausgrenzung von Landwirtschaft aus der Natur überlassenen Arealen soll der rasante Verlust ebensolcher Naturgebiete kompensiert oder zumindest verlangsamt werden. Wenn naturnahe Gebiete auf immer weniger (und kleinere) Räume „zusammengepfercht“ wird, kommt es dort unter Umständen zur Isolation von (Teil-) Populationen sowie zu Konkurrenz und Verdrängung.

Indem Landwirtschaft – und auch Imkerei – eingeschränkt wird, könnte zwar scheinbar der Druck auf naturnahe Gebiete temporär reduziert werden, doch setzt man gleichzeitig die Selbstversorgungsfähigkeit mit Lebensmittel aufs Spiel. Die Erfahrung zeigt, dass einmal stillgelegte Landwirtschaft (Höfe und Flächen) irreversibel für eine zukünftige landwirtschaftliche Nutzung verloren sind. Währenddessen geht der Bodenverlust durch weitere Expansion der Versiegelung Monat für Monat weiter.

Die tatsächliche Lösung kann also nur der sofortige Stopp und – wo möglich – die Rückgängigmachung von Bodenversiegelung sein.

Quellen / Weiterführende Informationen

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